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Calming Signals bei Hunden

Ihr Hund wendet seinen Kopf ab wenn Sie ihm etwas befehlen, dreht Ihnen sein Hinterteil zu oder geht beim Spazieren plötzlich in Zeitlupe? Was Sie vielleicht für trotzige Reaktionen halten sind nonverbale Signale mit denen sich jeder Hundehalter auseinander setzen sollte.

Treffen Hunde aufeinander, findet unter ihnen eine nonverbale Kommunikation statt. Dazu zählen auch die so genannten „Calming Signals“ bzw. Beschwichtigungssignale.
Mit diesen nonverbalen Gesten sollte sich jeder Hundebesitzer auseinandersetzen.
Der beste Freund des Menschen wendet die Signale bei Lärm oder unbekannten Geräuschen, Stress und Hektik, Unsicherheit, Nervosität, zweideutigen Situationen und gegenüber aufdringlichen Artgenossen und Menschen an.

Unsere Haushunde haben die Calming Signals von den Wölfen übernommen, die diese einsetzen um Aggressionen zu stoppen und somit Konflikte von vorne herein abzuwehren.
Bei heutigen Hunden sind die Signale nur in sehr abgeschwächter Form vorhanden. Sie sind zwar genetisch festgelegt und werden von Geburt an trainiert, doch viele Hunde haben verlernt die Beschwichtigungssignale auszusenden. Das Problem liegt in der Unwissenheit des Menschen. Während ein Hund von seinesgleichen immer eine Antwort auf seine Gesten bekommt, wird er vom Hundehalter oft nicht verstanden, oder sogar bestraft, da die Calming Signals als Ungehorsam oder Sturheit gedeutet werden. Anstatt die Beschwichtigungssignale „wegzustrafen“ kann sie jeder Hundebesitzer mit ein bisschen Training und Erfahrung erkennen und anwenden.

Ich möchte nun ein paar der wichtigsten Signale beschreiben:

den Kopf abwenden:
Wenn ein Hund seinen Kopf von einer Seite zur anderen dreht oder ihn für längere Zeit abwendet hat das nichts mit Trotz zu tun. Der Hund ist verunsichert und versucht die Situation zu entschärfen. Diese Geste sieht man oft wenn ein Hund ein Kommando verweigert oder sich ein fremder Hund zu schnell nähert. Als Mensch kann man mit diesem Signal einem Hund die Scheu nehmen.

Blinzeln:
Fühlt sich der Hund bedrängt und hat keine Möglichkeit den Kopf abzuwenden kneift er die Augen kurz stark zu. Dieses Blinzeln kann der Mensch einsetzen um ängstliche Hunde zu beschwichtigen.

den Körper abwenden:
Fühlt sich ein Hund überfordert dreht er sich mit dem ganzen Körper weg und streckt dem „Gesprächspartner“ sein Hinterteil entgegen. Überlegen warum sich der Hund überfordert fühlt anstatt ihn zu bestrafen!

die Nase lecken:
Ein Hund leckt sich die Nase wenn er sich unsicher fühlt. Dies kommt vor, wenn Kommandos oder Befehle zu streng ausgesprochen werden oder wenn sich der Hund vom Hundeführer bedroht fühlt.

Gähnen:
Gähnen ist eines der am häufigsten gezeigten Calming Signale. Man sieht es beim Tierarzt, wenn in der Familie laut gestritten wird, wenn Kinder ihren Liebling zu arg belästigen, beim Hundetraining, usw. Gähnt der Mensch wirkt das auf den Hund beruhigend.

Erstarren:
Fühlt sich ein Hund im Spiel mit seinen Artgenossen zu sehr bedrängt erstarrt er förmlich und steht für einen Moment regungslos dar.

Langsame Bewegungen:
Langsame Bewegungen sind beruhigend, schnelle Bewegungen wirken bedrohlich. Macht der Hund den Eindruck als würde er trödeln, hat sein Verhalten oft einen beschwichtigenden Effekt.

Hinlegen:
Ein weiteres Signal um Ruhe ins Spiel zu bringen ist das Hinlegen (ohne sich dabei auf den Rücken zu drehen). Der Hund benutzt dieses Signal auch, wenn Menschen um ihn herum zu wild und zu laut sind. Um einen nervösen Hund zu beruhigen hilft es sehr gut sich einfach ruhig auf den Boden oder die Couch zu legen.

Hinsetzen:
Man kann dieses Signal sehr oft beobachten, wenn ein fremder Hund stürmisch auf den anderen Hund zuläuft. Durch das Hinsetzen versucht der Hund das Tempo des anderen zu verlangsamen.

Splitting:
Splitting bedeutet, dass sich ein Hund körperlich zwischen zwei Hunde oder Menschen drängt um einen Konflikt zu verhindern. Bei zu großer Nähe unterbricht er dadurch den Blickkontakt und sorgt somit für Ablenkung. Menschen können dieses entspannende Signal sehr gut einsetzen um Raufereien zu verhindern.

Schnüffeln und Markieren:
Hört ein Hund aus heiterem Himmel auf zu Spielen und Schnüffelt am Boden oder muss plötzlich während des Trainings pinkeln ist er mit der Situation überfordert und will die gegebenen Umstände beschwichtigen.

Erkennen Sie das eine oder andere Signal wieder? Wenn Sie ihrem Hund etwas Gutes tun wollen, lernen Sie ihn verstehen und mit ihm ohne Worte zu kommunizieren. Ihr vierbeiniger Partner wird sich freuen!

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