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Chinchillas - Verdauungsprobleme

Der Verdauungstrakt des Chinchillas ist vielleicht der größte gesundheitliche Schwachpunkt dieses Tieres. Chinchillas müssen recht karg ernährt werden und dürfen nicht wie viele andere Tierarten mit Leckerchen wie frischem Obst etc. verwöhnt werden.

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Der Verdauungstrakt des Chinchillas ist vielleicht der größte gesundheitliche Schwachpunkt dieses Tieres.
Chinchillas müssen recht karg ernährt werden und dürfen nicht wie viele andere Tierarten mit Leckerchen wie frischem Obst etc. verwöhnt werden. Nicht jedem Halter fällt es leicht, sich daran zu halten und die Chinchillas nehmen diese falschen Futtergewohnheiten natürlich liebend gerne an. Genau dann kommt es zu Problemen mit der Verdauung, die bei Chinchillas wirklich sehr sensibel ist. Als schon sehr extremes Beispiel hierfür vielleicht folgendes: Es gibt Fälle, in denen lediglich die Marke der Pellets beim Kauf gewechselt wurde. Selbst hier ist die genaue Zusammensetzung von Firma zu Firma unterschiedlich und das alleine kann schon zu gesundheitlichen Problemen wie Verstopfung führen. Eine Kleinigkeit, die man unter normalen Umständen gar nicht in Betracht ziehen würde, die den Darm des Chinchillas aber ev. schon verwirren.

Deswegen: Auch wenn es schwer fällt, halten Sie sich an den artgerechten Futterplan des Chinchillas und spielen Sie nicht damit. Selbst wenn keine sofort sichtbaren Schäden auftreten, kann es immer noch zu Langzeitschäden wie ev. Verfettung der Leber kommen, die dann für den frühzeitigen Tod des Tieres verantwortlich sind.

In der ursprünglichen Heimat des Chinchillas, den Anden, leben sie in einer sehr kargen Steppe in der sie tatsächlich nur wenige nahrhafte Pflanzen finden. Deswegen müssen wir als Halter uns nach der natürlichen Ausrichtung des Speiseplans richten wenn wir den Tieren nicht schaden wollen. Verfüttern Sie als Hauptfutter nur Pellets, dazu täglich etwa eine handvoll Heu pro Tier. Als Leckerbissen können Sie ihren Tieren beruhigt Hagebutten, getrocknete Kräuter (Brennessel, Löwenzahn, usw.), an einem Tag in der Woche 2 schöne Rosinen und einmal in der Woche etwa ein Viertelstück nicht zu süßen (geschälten oder gut gewaschenen) Apfel anbieten. Sie können auch gelegentlich einen paar Tropfen Apfelessig ins Trinkwasser geben (bitte nicht zu stark, man merkt es wenn man daran riecht). Warum ist gerade Apfel erlaubt? Der Apfel bzw. die Apfelsäure enthält Inhaltsstoffe, die sich positiv auf die Verdauung und die Darmarbeit auswirken. In anderen Obstsorten ist diese Säure nicht vorhanden. Auch Calipot Tabletten aus der Apotheke (Calcium) dienen bei mir als Leckerchen, weil sie einen schokoladigen Beigeschmack haben. Und den Tieren tut man damit noch etwas gutes, denn viele Probleme wie lockeres, schlechte aussehendes Fell, Müdigkeit und Krampfanfälle lassen sich durch Calciumzufütterung vermindern.
Gerät der Magen – Darmtrakt des Chinchillas durcheinander, kann es zu folgenden Symptomen kommen:

Durchfall

Durchfall kommt bei Chinchillas weitaus weniger häufig vor als Verstopfung. Er äußert sich in feuchter Konsistenz der Kotbällchen. Wenn Sie ihren Chin bereits länger haben, kennen sie das "Ergebnis" normalerweise und wissen, wann sich die Bällchen verändert haben (ev. auch farblich). Haben Sie mehrere Tiere, kann es schon wieder schwieriger werden ein Einzeltier heraus zu filtern. Deutliches Anzeichen: Die Kotbällchen werden platt gedrückt. Extremes Anzeichen: Breiige Ausscheidungen. Haben sie einen Verdacht, dann kontrollieren sie die Afterregion auf Verklebungen oder andere auffällige Anzeichen. Auch Mattigkeit bzw. ständige Müdigkeit können mit dem Durchfall zusammen vorkommen.

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Ursachen:
Schlecht gewordenes Futter (Heu oder Pellets...), falsche Fütterung mit Grünfutter, schmutzige Wassernäpfe (algig oder schmierig), schlechte Hygiene im Käfig (Einstreu feucht). Schließen Sie diese Punkte aus, kann natürlich auch eine parasitäre Erkrankung vorliegen. Liegt dieser Verdacht vor, suchen Sie einen Tierarzt auf.

Abhilfe:
Bei leichten Problemen reicht es meist, das Saftfutter (also Apfel) ganz weg zu lassen und auch die Pellet Ration zu kürzen. Dafür sollten Sie aber deutlich mehr Heu verfüttern. Nach spätestens 2 Tagen sollten die Symptome verschwunden sein, ansonsten ab zum Tierarzt. Den Käfig natürlich täglich reinigen. Sind die Anzeichen allerdings schwerwiegender, gehen Sie mit ihrem Chinchilla direkt zum Tierarzt. Gerade die kleinen Tiere leiden deutlich mehr unter dem Verlust des Wassers und Mineralstoffe. Chinchillas nehmen sehr wenig Flüssigkeit auf und scheiden dafür bei Durchfall viel zu große Mengen aus. Achten sie darauf, dass immer genügend Wasser im Käfig zur Verfügung steht.

Verstopfung

Verstopfung tritt meist bei falscher Ernährung oder Futterumstellung auf. Die Kotbällchen werden kleiner, trockener und seltener. Kann das Chinchilla seinen Ballast nicht mehr entladen, kommt es zu ziemlich schlimmen, schmerzhaften Bauchkrämpfen, die so stark werden können, dass das Tier verendet. Verstopfung habe ich bei meinen Chinchillas leider schon mehrfach mitbekommen, allerdings jedes Mal wieder mit Hilfe von Hausmitteln in den Griff bekommen. Es tat mir in der Seele weh, wenn mein Chin die Hinterbeinchen hoch gedrückt hat um ganz langsam und schmerzhaft ein kleines kaum erkennbares Köttelchen hervor zu pressen oder mit deutlich erkennbaren Bauchschmerzen in der Ecke saß. Sehen Sie sich den After ihres Tieres an. Eine leichte (!) Ausstülpung ist normal, wenn Sie ihr Tier einfangen. Allerdings kann es bei massiver Verstopfung zu einem Darmverschluss kommen, der tödlich für das Tier endet. Bemerken Sie kleine zusammenhängende "Köttelchenketten" im Käfig suchen sie bitte sofort den Tierarzt auf, der ihr Tierchen dann unter anderem mit Parafinöl behandeln sollte...

Ursachen:
Wie bereits erwähnt sind meist falsche Ernährung bzw. eine Futterumstellung der Grund. Eventuell kaufen Sie z.B. ihre Pellets lose und der Händler hat eine neue Marke ausprobiert, ohne dass Sie es mit bekommen. Deswegen: Achten Sie wirklich darauf immer das gleiche Produkt zu kaufen bzw. wenn Sie wechseln, mischen sie das Futter erst in immer größer werdenden Anteilen untereinander. Das klang auch mal in meinen Ohren übertrieben, aber ich habe selber feststellen können, dass es stimmt. Eine andere Ursache kann auch die übertriebene Verfütterung von Leckerchen wie Knabberstangen etc. sein. Ich lese die Rückseiten der Tierprodukte immer sehr genau und würde trotz allem Vertrauen in die Herstellerfirma niemals die dort empfohlenen Mengen verfüttern. Lieber karg, aber dafür wirklich gesund. Dritte Ursache könnte zu wenig Bewegung sein. Um den Verdauungstrakt richtig in Schwung zu bringen braucht ein Chinchilla Bewegung. Dazu gehört eine abwechslungsreiche Käfiglandschaft genauso wie ausreichend Freilauf. Aber es kann auch bloß am Wetter und sehr warmen Temperaturen liegen, oder daran, dass ihr Tier streßfördernden Umständen ausgesetzt ist..... Manchmal ist die Ursache für den Halter gar nicht erkennbar. Suchen Sie dann nicht zu krampfhaft, sondern behalten sie alles bei wie es ist, nehmen Sie nicht die kleinste Änderung vor und schaffen Sie dem Problem der Verstopfung an sich Abhilfe.

Abhilfe:
Bei den ersten Anzeichen einer Verstopfung (und auch mal so zwischendurch) gebe ich ein paar Tropfen Apfelessig mit in das Trinkwasser. Anderes Essig eignet sich nicht. Des weiteren braucht ein Chin mit Verstopfung sehr viel Auslauf. Es ist zwar leichter erschöpft und braucht ein paar Verschnaufpausen mehr als sonst, aber die Bewegung tut dem Bauch gut und es vergisst wegen der Abwechslung vielleicht eine Zeitlang seine Schmerzen. Ein anderes sehr weit verbreitetes Rezept: Eine Messerspitze Glaubersalz (Apotheke) auf einen Viertel Liter Wasser. Dadurch ist die Verstopfung bereits schon am nächsten Tag fast gelöst. Allerdings bietet sich diese Methode nicht an, wenn sie mehrere kranke und gesunde Tiere in einem Käfig zusammen halten. Beim Tierarzt können sie sich "Bird-bene-bac" besorgen. Diese grünliche Paste enthält Darmbakterien die auch natürlich im Chinchilla vorkommen und wirkt stärkend und aufbauend. Schädlich ist sie selbst bei gesunden Tieren nicht. Da diese Paste anscheinend einen sehr starken Lockstoff enthält, brauchen Sie sich keine Gedanken darüber zu machen, ob ihr Tier es annehmen wird. Wenn Sie eine Futterumstellung bzw. zu viele Leckerchen verfüttert haben, dann stellen sie die Ernährung wieder zurück und führen Sie die Umstellung ganz langsam durch. Keine Leckerchen verfüttern, solange das Chin nicht wieder ganz gesund ist!

Dieser Artikel wurde zur Verfügung gestellt von: Heike Brzezina Nagetiere-online
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