Die Haltung von Degus
Degus sind Nagetiere, die ursprünglich aus Chile, Südamerika stammen. Als Haustiere erfreuen sie sich immer größerer Beliebtheit. Doch bevor man sich Degus anschafft, sollte man einiges bedenken.

Ideal für die erste Anschaffung sind sechs bis zwölf Wochen alte Nachzüchtungen von handzahmen Elterntieren. Jüngere Degus hängen noch sehr an ihrer Mutter und sollten genug Zeit zum Entwöhnen haben. Mit Ruhe und Geduld lassen sich aber auch ältere Degus fast immer zähmen.
Degus sollten nie alleine, sondern zu zweit, oder in kleinen Gruppen gehalten werden. Ihre Lebenserwartung liegt mit 4 bis 6 Jahren deutlich über der eines Goldhamsters oder einer Ratte. Die Mindestgrundfläche für die Haltung der Nager muss mindestens 0,4 m² betragen und sollte in mehrere Etagen aufgeteilt sein. Aquarien sind als Degu- Heim eher ungeeignet, da sie durch ihre Höhe eine gute Luftzirkulation verhindern.
Um seine Degus artgerecht zu halten, gehören folgende Dinge in den Käfig:
Dicke Äste und Wurzeln zum Klettern und Annagen, Steine zum Krallen wetzen, ein Schlafhäuschen – am Besten aus Stein, da Holzhäuschen wegen das starken Nagetriebs unbrauchbar sind.
Wasser- und Futternapf sollten ebenfalls nicht aus Holz oder Plastik, sondern aus Stein oder schwerem Porzellan sein. Da Degus von Natur aus daran gewöhnt sind viel Zeit mit der Futtersuche zu verbringen ist es artgerechter das Futter im Käfig zu verstreuen.
Eine Sandbadewanne: Degus brauchen regelmäßige Sandbäder um ihr Fell zu reinigen. Dafür benutzt man eine schwere, unzernagbare Schale die mit feinem Sand gefüllt ist. Damit die Badewanne nicht zu stark verschmutzt, sollte sie nicht den ganzen Tag im Käfig sein (30-60 Minuten).
Der Sand muss regelmäßig ausgewechselt werden!
Als Einstreu ist Sand nicht geeignet. Besser ist die handelsübliche Kleintierstreu aus Hobelspäne, gemischt mit ein paar handvoll Heu und Stroh als Nistmaterial.
Wie füttern?
In der freien Natur leben Degus hauptsächlich von nicht gehaltvoller Nahrung aus Gräsern, Kräutern, Blüten, Laub, Rinde und Samen. Früchte und Nüsse finden die Nager zwar sehr lecker, sind aber schlecht für ihre Verdauung und sollten nur in Maßen gefüttert werden.
Zoohandlungen bieten spezielle Körnermischungen für Degus an. Sie sollten beim Kauf aber immer darauf achten, dass diese Mischungen weder Trockenobst noch Melasse enthalten, da diese für Degus ungesund sind. Ebenso sollten Dickmacher wie Nüsse und Sonnenblumenkerne nur in geringer Menge beigemischt sein. Gute Alternativen zum speziellen Degufutter sind eine gute trokenobstfreie Körnermischung für Meerschweinchen oder melassefreie Pellets.
Neben dem Trockenfutter sorgen frisches Gemüse wie Salat (kein Kopfsalat), Tomate, Gurke, Paprika oder Karotte, sowie frische Kräuter und Gräser (Löwenzahn, Ringelblume, Kapuzinerkresse,…) für die nötige Abwechslung im Speißeplan. Dieses Saftfutter sollte gewaschen und abgetrocknet, aber nie direkt aus dem Kühlschrank serviert werden.
Um die kleinen Nager zu beschäftigen und sie mit wichtigen Mineralien zu versorgen, sollten monatlich Pflanzenknospen und gesäuberte Baumrinde sowie Zweige und Äste von Obstbäumen, Weide und Birke im Käfig ausgetauscht werden. Im Zoohandel finden Sie zu diesem Zweck unbehandeltes Holzspielzeug, Heuglocken und spezielle Nageringe.
Ungeeignete Futtermittel:
Kohlsorten und Klee verursachen Blähungen. Kartoffeln, Nudeln und Reis stopfen. Obst begünstigt Diabetes- Erkrankungen. Kopfsalat enthält viel ungesundes Nitrat, Eisbergsalat hingegen ist gut geeignet.
Zu guter Letzt noch ein Tipp: Es empfiehlt sich die Tiere aus privaten Händen oder aus dem Tierheim zu nehmen. Das hat mehrere Vorteile: Ein Züchter bzw. Hobbyhalter kann meistens das genaue Alter und Geschlecht der Degus angeben und Fragen zur Haltung beantworten. Außerdem kann man den Gesundheitszustand der Elterntiere und die bisherige Haltung beurteilen und die Tiere aus privater Hand sind meistens zahmer und neugieriger.
Leider gibt es durch „ungewollten Nachwuchs“ inzwischen immer mehr Degus in Tierheimen. Unbedingt Geschlecht beachten - Ein guter Züchter bzw. Händler kennt das Geschlecht seiner Jungtiere!
(Fotoquelle: www.degu.at)