Kaninchen sind reine Pflanzenfresser und benötigen eine abwechslungsreiche Vielfalt, um gesund und fit zu bleiben. Bei der Futterzusammenstellung und bei der Futtermenge gibt es viele Faktoren zu berücksichtigen: - Rasse und Alter des Kaninchen
- Haltungsbedingungen (Wohnung oder Aussenhaltung, alleine oder in Gruppe, usw.)
- Gesundheitszustand des Kaninchen
- bei Häsinnen: tragend oder säugend
Die Futtermenge sollte auch an den Energieverbrauch Ihres Tieres angepasst sein. Ein Tier, das z.B. viel Bewegung hat braucht entsprechend mehr Futter, als etwa ein älteres Tier, das sich weniger bewegt. Futterumstellungen sind immer in kleinen Schritten und unter genauer Beobachtung des Tieres zu machen. Vor allem Jungtiere sind langsam an Grün- und Saftfutter zu gewöhnen. | 
| Grundnahrungsmittel: Heu Hochwertiges Heu enthält wichtige Nährstoffe und Ballaststoffe, welche die Verdauung des Kaninchens regulieren. Heu muss immer ausreichend vorhanden sein und qualitativ hochwertig sein. Heu sollte ganz oben auf dem Speiseplan des Kaninchens stehen und den Großteil der Ernährung ausmachen! Kaninchen nehmen mehr als 80 kleine Mahlzeiten pro Tag ein – daher muss Heu immer verfügbar sein, um den Darm in Gang zu halten! Dickmacher: Trockenfutter Trockenfutter jeglicher Art ist als Energie- oder Kraftfutter zu betrachten und muss somit sehr rationiert gefüttert werden. Zuviel Trockenfutter macht Ihr Kaninchen nur träge und fett! Im Handel erhältlich sind verschiedene Trockenfuttermischungen und reine Futterpellets. Diesem reinen Pelletfutter ist auf jeden Fall der Vorzug zu geben. Wenn Sie sich aber trotzdem für Trockenfuttermischungen entscheiden, achten Sie darauf, dass dieses qualitativ hochwertig sind - sprich der Anteil der Körner (Getreide) muss sehr gering bis nicht vorhanden sein, und die üblichen Dickmacher (getrockneter Mais, Haferflocken, Nüsse, Rosinen etc.) sollten wenig bis gar nicht enthalten sein. | Folgende Richtwerte (Idealfall, leider selten zu bekommen) helfen Ihnen zusätzlich bei der Auswahl von Qualitäts-Trockenfutter: - Rohfaseranteil: mind. 12 % - je niedriger der Rohfaseranteil, desto energiereicher ist das Futter (Vorsicht: Dickmacher!
- Roheiweissanteil (= Rohproteinanteil): max. 18 % - höherer Eiweissanteil führt zu Verdauungsstörungen
- Rohfettgehalt: max. 3%
Durch verschiedene Umstände kann der Energiebedarf der Tiere erhöht werden - dies sollte dann durch eine Erhöhung der Futtermenge und nicht durch Verfütterung energiereicherer Futtermischungen berücksichtigt werden - solche Umstände sind: - Tiere die Zuchtleistung erbringen müssen
- Aussenhaltung bei niedrigen Temperaturen
- trächtige und säugende Häsinnen
- sehr bewegungsfreudige Tiere
- Tiere im Wachstum
Um Ihnen aber dennoch einen Anhaltspunkt zu den Futtermengen zu geben einige Richtwerte unter Annahme von: - Verfütterung von hochwertig pelletierten Futter
- Kaninchen die mehrere Stunden täglich Auslauf haben
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| Jungtiere bis 3 Monate | 15 – 20 g Trockenfutter | | Zwergrassen bis ca. 1,5 kg (z.B. Farbenzwerg) | 20 – 30 g Trockenfutter | | Mischlinge, kleine Rassen bis ca. 3 kg (z.B. Zwergwidder) | 30 – 50 g Trockenfutter |
Bei diesen Angaben handelt es sich um Richtwerte - beginnen Sie mit diesen Mengen und beobachten Sie, ob Ihr Kaninchen die angebotene Menge bis zur nächsten Fütterung aufbraucht und reduzieren sie ggf. die Menge. Durch regelmässige Gewichtskontrolle können Sie auch gut feststellen, ob die Futtermenge dem Energiebedarf Ihres Tieres entspricht. |  | Wichtiger Vitaminlieferant: Frischfutter Darunter versteht man Gemüse, Obst und Kräuter. Der Menüplan von Ihrem Kaninchen kann sehr abwechslungsreich gestaltet werden. Die Vorlieben der Kaninchen sind sehr unterschiedlich, Sie werden aber bald herausfinden was Ihrem Kaninchen schmeckt und bekommt. Frischfutter gehört auf den täglichen Speiseplan unserer Kaninchen. Die Liste was verfüttert werden darf ist ziemlich umfangreich, daher ist nachstehende Aufzählung nur ein kleiner Überblick. Detaillierte Informationen finden Sie auf der Internetseite http://www.kaninchen.at Apfel, Birne, Banane, Broccoli, Chicoree, Chinakohl, Eichblattsalat, Eisbergsalat, Endivien, Erdbeere (Frucht + Grün), Fenchel (Knolle + Grün), Frisee, Gurke, Heidelbeere, Himbeere, Ribisel, Karotte (samt Karottengrün), Knollensellier (samt Grün), Kohlrabi (Blätter und Knolle), Kohlsprossen, Kopfsalat, Mangold, Radicchio, Ruccola, Sonnenblume, Speisekürbis, Stangensellerie, Trauben, Tomaten (nur rotes Fruchtfleisch), Zuckerhut, Mais, u.v.m. | Beliebte und gesunde Leckerbissen für unsere Kaninchen finden wir im Kräutergarten. Auch hier sind die Vorlieben unterschiedlich, die Vielfalt der zu verfütternden Kräuter ist ein Garant für abwechslungsreiche Ernährung: Basilikum, Beifuss, Bibernelle, Bohnenkraut, Gurkenkraut, Brennessel, Dille, Estragon, Johanniskraut, Kerbel, Liebstöckel, Löwenzahn, Majoran, Minze, Oregano, Petersilie, Pfefferminze, Rosmarin, Salbei, Thymian, Wermut, Zitronenmelisse usw. Viele dieser Kräuter eignen sich hervorragend zum Trocknen und so können wir auch im Winter die Kaninchen mit gesunden Leckereien verwöhnen. Zum Trocknen sollten die Kräuter zu lockeren Sträußchen zusammen gebunden werden und verkehrt herum aufgehängt werden. Der ideale Ort zum Trocknen ist warm und luftig, aber nicht direkt in der Sonne. | 
| Kaninchensnacks, Drops & Co Im Handel erhältlich sind eine Reihe von Ergänzungsfutterprodukten – angefangen von Knabberstangen bis hin zu Joghurtdrops ist alles vertreten, die Auswahl kaum noch übersehbar. Ich kann nur davor warnen solche Leckereien regelmässig an Kaninchen zu verfüttern. Die meisten dieser Produkte entsprechen in keinster Weise einer artgerechten Ernährung. Zahnprobleme, Verdauungsstörungen und übergewichtige Kaninchen sind die Folge. Einen sehr interessanten empfehlenswerten Beitrag hierzu hat Dr.med.vet Birgit Drescher ( http://www.birgit-drescher.de/ ) verfasst. Nachzulesen ist dieser unter: http://www.birgit-drescher.de/fachartikel_s3.html | Knabberspaß muss sein Auch wenn Kaninchen nicht zu den Nagetieren zählen, haben sie dennoch ein sehr ausgeprägtes Nagebedrüfnis. Aufgrund ihrer ständig nachwachsenden Zähne dient das Knabbern nicht nur der Beschäftigung sondern ist auch von elementarer Wichtigkeit für den Zahnabrieb. Geeignet sind: - Frische Zweige von Birke, Fichte, Rottanne, Hasennuß, Hainbuche, Erle, Weide, Linde, Ahorn, Esche und ungespritzten Obstbäumen
- Hartes getrocknetes Schwarzbrot, Knäckebrot (sollte nicht täglich verfüttert werden, da es ein echter Dickmacher ist)
| Die größten Irrtümer Auch diese Liste wäre unendlich lange, aber zu den wohl hartnäckigsten Ernährungsirrtümern hier eine kurze Stellungnahme: Kaninchen brauchen kein Wasser Selbstverständlich brauchen Kaninchen Wasser – dieses wird am besten in einer im Handel erhältlichen Trinkflasche angeboten und regelmässig erneuert. Der Flüssigkeitsbedarf ist von Tier zu Tier verschieden und hängt stark von Fütterung, Temperatur und Alter des Tieres ab. Kaninchen dürfen keine Gurke essen Oft ist zu lesen, dass Gurke von Kaninchen nicht vertragen wird und sie Durchfall davon bekommen. Dieses Abraten ist nicht auf die Inhaltsstoffe der Gurke sondern auf Spritzmittelnkonzentration auf der Schale zurückzuführen. Daher die Gurke mit etwas Speiseöl abreiben und somit ist auch dem Verzehr von Gurke nichts mehr zu entgegnen. Tomaten sind giftig für Kaninchen Grundsätzlich spricht nichts dagegen, wenn die Tomaten reif sind und das Tomatengrün entfernt wird. In unreifen Tomaten und Tomatengrün ist Solanin vorhanden. Solanin schädigt lokal die Schleimhäute und führt zu Durchfall, Krämpfen, Paresen und Atemlähmung. Dieses Alkaloid ist in Nachtschattengewächsen (auch Kartoffel) enthalten. Besonders hoch ist die Konzentration in den Beeren. Nur bei wenigen Arten, wie Tomate und Aubergine, werden die Alkaloide während der Fruchtreifung so weitgehend entgiftet, dass die Früchte essbar werden. Kaninchen dürfen keine Kohl fressen Kohl bläht – das ist eine Tatsache die die meisten von uns schon am eigenen Leib zu spüren bekommen haben. Aber auch hier macht die Dosis das Gift. In kleinen Mengen sind Kohlrabe, Grünkohl, Karfiol, Kohlsprossen etc. erlaubt – nicht jedes Kaninchen mag es, aber einen Versuch ist es allemal wert. Chinakohl hingegen bläht nicht und ist vorallem im Winter ein wichtiger Vitaminlieferant. Kaninchen wissen genau was sie fressen dürfen oder nicht Fast täglich kommt mir dieses Argument unter: "Das Kaninchen weiss doch was es fressen darf und was nicht. In der Natur fressen sie ja auch nur was sie vertragen." Nun so ist es leider nicht, unseren pelzigen Hausgenossen ist dieser Instinkt ihrer wilden Verwandten schon zu einem großen Teil abhanden gekommen. Kaninchen die ihren Tod durch Fressen von Efeu, Maiglöckchen, Goldregen etc. gefunden haben sind leider traurige Tatsache. |
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