Wie zähme ich meine Ratte?
Wenn man ein paar einfache Tipps beachtet, sollte es kein Problem sein, aus scheuen Ratten zutrauliche Hausgenossen zu machen.
 | Wie zähme ich meine Ratte? …sollte die Frage eigentlich gar nicht lauten. Eher: „Wie zähme ich meine zwei (drei, vier, …) Ratten?“.Denn die kleinen pelzigen Hausgenossen, die bei uns immer beliebter werden, sind absolute Rudeltiere und dürfen daher keinesfalls alleine gehalten werden. Ohne rattige Gesellschaft verkümmern sie seelisch und können sogar aggressiv und bissig werden.Natürlich sollten die beiden Käfiggenossen gleichgeschlechtlich sein und – sofern sie sich nicht schon vorher kannten – langsam aneinander gewöhnt werden. |
 | Eingewöhnung Wenn die neuen Ratten in ihrem neuen Zuhause ankommen, sollte der (geräumige) Käfig bereits bezugsfertig vorbereitet sein. Die Kleinen werden in den Käfig gesetzt und sollten dann erst mal etwas Ruhe haben. Anfangs werden sie sich wahrscheinlich ängstlich verstecken, doch die meisten erkunden nach kurzer Zeit bereits neugierig ihren Käfig. Je nachdem wie verschreckt die neuen Hausbewohner sind, kann man nach ca. ein bis drei Tagen Eingewöhnungszeit anfangen, mit ihnen Kontakt aufzunehmen. |
 | Zähmung Am besten setzt man sich zunächst vor den Käfig und hält seine Hand ruhig hinein damit die Rättchen daran schnuppern können. Dabei sollte man darauf achten, nicht aus Versehen nach etwas Essbarem bzw. einer süßlichen Seife oder ähnlichem zu riechen, sonst wird die Hand schnell mit Futter verwechselt und womöglich mit den Zähnchen unsanft auf Genießbarkeit getestet.Wenn sich die Ratten dann an die Hand in ihrem Käfig gewöhnt haben, und nicht mehr bei der kleinsten Bewegung zurückschrecken, kann man sie auch mal mit Leckerbissen ein wenig „bestechen“, und nach einer Weile auch versuchen, sie aus dem Käfig auf den Arm zu locken (richtiger Freilauf sollte erst erfolgen wenn die Ratten ganz zahm sind, denn eine hektische Einfangaktion kann das aufgebaute Vertrauen schnell zerstören). |
 | Manche Rattenhalter vertreten die Theorie, dass man möglichst gar nichts aus der Hand füttern sollte, weil die Ratte sonst glaubt, eine ranghöhere Position im Rudel zu haben und dann eventuell auch mal frech zwickt. Ich persönlich habe diese Erfahrung noch mit keiner Ratte gemacht, ich denke eher, dass das Füttern von Hand einen positiven Effekt hat: Ratz verbindet Mensch mit leckerem Futter! Langsam sollten sich die kleinen Pelznasen auch daran gewöhnen, angefasst zu werden. Anfangs kann man sie kraulen und streicheln, später auch mal im Käfig leicht hochheben. |
 | Außerhalb des Käfigs Wenn der Zeitpunkt gekommen ist und sich die kleinen Ratten vertrauensvoll hochheben lassen, kann man sie vorsichtig aus dem Käfig herausholen und zu sich auf den Schoß setzen. Viele Ratten lieben es, in den Pullover von „Herrchen“ oder „Frauchen“ zu kriechen, denn dort fühlen sie sich sicher und geborgen. Normalerweise lassen sich die pelzigen Tierchen recht schnell davon überzeugen, richtige „Kuschelmonster“ zu werden und bezeugen ihre Liebe manchmal sogar mit eifrigem Putzen (=ablecken) der Hand, was ein großer Vertrauensbeweis ist. Dabei sind die männlichen Tiere (Böcke) oft ruhiger, fauler und auch verschmuster, während die Weibchen lebhafter, schneller und springfreudiger sind. |
Tipps: - In der Zähmungsphase den Käfig nicht zu großzügig einrichten. Wenn der Käfig (anfangs!) eher langweilig ist, ist die Ratz möglicherweise eher neugierig auf menschliche Gesellschaft.
- Auch alte Socken oder T-Shirts (getragen), die man in den Käfig legt (Vorsicht, wird sofort zu Nistmaterial umfunktioniert!), helfen der Ratte sich an den neuen Geruch zu gewöhnen.
- Wenn die neue Ratte wirklich bissig ist, kann man sie anfangs auch mit einem festen Lederhandschuh anfassen. Man sollte sich aber bewusst sein, dass sie dann den menschlichen Geruch nicht kennen lernen kann und möglicherweise noch schwerer zahm wird.
- Besonders Ratten aus Tierheimen, deren Vergangenheit man nicht kennt, oder Ratten, die schlimme Erfahrungen mit Menschen gemacht haben, brauchen oft lange um wieder Vertrauen zu fassen und zahm zu werden. Geduld ist hier oberstes Gebot. Genauso verhält es sich oft mit Ratten aus Zoohandlungen, die noch nie Kontakt zu Menschen hatten.
- Die größte Chance, zahme Ratten zu bekommen, hat man, wenn man Tiere aus Notfällen aufnimmt. Diese sind oft mit Menschen aufgewachsen und werden sehr schnell sehr zutraulich. ( www.nager-in-not.at → Notfälle)
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Fazit Geduld, Einfühlungsvermögen und natürlich eine artgerechte Haltung sind das Wichtigste, wenn man möchte, dass die neuen Haustiere zu pfiffigen, zahmen kleinen „Kuschelratzen“ werden. |