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Pferd und Reiter im Wandel der Zeit

Der Ursprung der klassischen Reitkunst
Den Ursprung der heutigen echten "klassischen Reitkunst" dürfen wir sicherlich bei Xenophon (430-354 v. Chr.) suchen. In dieser Zeit liegt der Ursprung der Reiterei. Aus dieser Zeit finden sich auch Sätze wie: man lasse dem Pferd Zeit, zu verstehen.... es ist Unsinn einem Pferd Zwang anzutun, da es kein Vertrauen findet u.s.w. Zu jener Zeit und auch noch bis ins Mittelalter war das Verhältnis zwischen Mensch u. Pferd noch sehr eng. Der Mensch war ohne das Pferd nicht überlebensfähig. Es wurde viel Zeit zur Ausbildung der Pferde und Reiter gebraucht. Die Pferde wurden noch durch Stimmbefehlen und feinen Hilfegebungen geritten. (Leichte Gewichtsverlagerung in einen der Steigbügel. )
 
Im Wandel der Zeit
Mit der Zeit wurden die Hilfegebungen grober, man nahm sich keine Zeit mehr das Pferd zu verstehen und vertrauen aufzubauen. Es wurden Sporen u. Gerten verwendet, an den Zügeln brutal gerissen. Das Pferd wurde zum Sportgerät umfunktioniert. Das geschah durch Züchtungen in denen man wild herum kreuzte bis man ein Pferd mit langen Rücken (rechteckiges Pferd) mit großem Sprungvermögen oder mit weit ausgreifenden Gängen hatte: Das Warmblut. Dabei wurde nur auf den Körperbau geachtet, Intellegenz, Intuition und Sozialverhalten bleiben teilweise auf der Strecke. Auch haben Warmblüter nicht mehr so ein ausgeprägtes instinkthaftes Verhalten wie ursprüngliche Pferde. Die Menschen haben die Tiere immer so gezüchtet wie sie sie gerade brauchten. Was eigentlich ein schwerer Eingriff in die Natur ist.
 
Pferde sind keine Sportgeräte
Pferde werden auf Rennbahnen schon mit 2 Jahren geritten und sind mit 5 Jahren nicht mehr zu gebrauchen. Sie landen beim Schlachter. Beim Pferdesport (Rennen mit Hindernissen, u.s.w) sterben mehr Pferde, als früher in den Kriegen. Das muss man sich mal vor Augen führen! Der Punkt ist: Die Pferdenutzer und Züchter geben den alten Vorurteil zur Gewinnerhöhung an, dass ein Pferd mit 3 Jahren völlig ausgewachsen sei. FALSCH! Ein Pferd ist frühestens mit 6-7,8 Jahren ausgewachsen. Nur wenn man mit einem vierjährigen Pferd anfängt es sanft zu gymnastizieren, in Bodenarbeit und nur im Schritt reitend das Pferd, seine Muskeln, Sehnen u.s.w. langsam stärkt und vorbereitet. Wenn es unbedingt sein muss. Ich denke das man dem Pferd Zeit lässt bis es völlig ausgewachsen ist, bis man mit ihm zu Arbeiten beginnt!
 
Dem natürlichem Wachstum nicht im Wege stehn
Ein Pferdejahr entspricht 3 Menschenjahren. Ein Pferd mit 2-3 Jahren zu Reiten ist also "Kinderarbeit" und diese These zu verbreiten ist eigentlich förderung der Tierquälerei! Die Knochenspalten sind bei einem 2,3 Jährigen noch nicht vollständig geschlossen. Das Pferd früher zu reiten, belasten als es ausgewachsen ist, bedeutet: Die Pferde haben schon mit 6 - 10 Jahren Verschleißerscheinungen, Rückenprobleme und und und. Man beeinflußt das Wachstum negativ!
 
Die Reitschulen lehren den natürlichen Umgang nicht mehr
In den Reitschulen ist mir vermehrt aufgefallen, dass keine Zeit mehr für Freundschaft u. Vertrauen schließen zum Pferd bleibt. Was aber so wichtig wäre! Der Reitstall schaut vermehrt auf dem Umsatz, nicht aber auf das Wohlergehen der Tiere. Über das Verhalten, die Bedürfnisse der Pferde, der natürliche, gewaltlose Umgang mit dem Pferd wird nicht gelehrt. Die Reitlehrer wissen darüber meist selbst nicht Bescheid! Das Pferd wird in den Reitschulen zum Roboter. Nach einer Reitstunde mit einem Kind, folgt das nächste Kind u.s.w. Es wird nicht darauf geachtet dass das Pferd Pausen, Freiheit braucht! Durch das falsche lehren, jedes Kind bearbeitet das Pferd mit Füßen und Gerten, wird das Pferd völlig verritten und stumpft ab! Das ist Unterdrückung!
Den natürlichen Umgang wieder verbreiten
Man findet schon viel über Natural-Horsemanship z. B. einige Leute greifen wieder langsam auf die ursprüngliche natürliche Umgangsweise mit dem Pferd zurück. Das ist so wichtig das die wieder verbreitet wird! Das Pferd sollte wie jedes Tier als fühlendes Lebewesen, mit einem eigenen Willen gesehen werden! Nicht als Sportgerät oder um seine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen ohne etwas über das Pferd zu wissen. Ein Pferd ist ein Fluchttier, wenn man ein Pferd bestraft wenn es durch geht, ist das so wie wenn man ein Kind bestraft das seine Hand von etwas heißem wegzieht. Das ist ein natürlicher Reflex. Beim Pferd, der Fluchtreflex, den man nicht abzutrainieren versuchen sollte! Da es für das Pferd Lebensnotwendig ist. Unsere Hauspferde reagieren noch sehr viel wie die freien Wildpferde. Darüber sollte man sich informieren!
 Was ein Pferd zum Artgerechten Leben braucht:
  • Ausreichend Kontakt zu Artgenossen in festgefügten Herden (Pferd ist ein Herdentier)
  • Ausgewogene, der Tierart angepasste Ernährung (frisches sauberes Wasser sollte immer bereit stehen!)
  • Licht (heller Stall, viel Stroh, günstig wäre ein Offenstall), Luft. (Stall sollte gut durchlüftet sein)
  • viel Platz (täglicher Weidengang mit Artgenossen kann nicht durch Ausreiten ersetzt werden)
  • vertrauensvolle u. gute Beziehung zum Menschen.
  • Dazu gehört auch noch Pflege und Schutz durch den Menschen, Beschäftigung und Betreuung in Form von Streicheleinheiten individuell auf das jeweilige Tier abgestimmt. Der Darm des Pferdes ist nicht dafür geschaffen größere Futtermengen auf einmal afzunehmen und zu verdauen! Also sollte am Tag verteilt kleinere Mengen gefüttert werden.

    Liebe, Zeit und Einfühlungsvermögen
    Es braucht viel Zeit, Liebe und viel Einfühlungsvermögen mit einem Pferd/Tier vertrauensvoll zu kommunizieren. Auch liegt es im Beobachten der einzelnen Tiere. Denn man muss sich im klaren sein, das jedes Tier seinen eigenen Charakter hat, das jedes anders reagieren kann. Auch ein Pferd hat einen freien Willen der nicht gebrochen werden sollte! Ein Pferd vergisst nicht wie es vom Mensch behandelt wird. Lassen wir das Pferd, Pferd sein!
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