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Geschichte eines Greifvogels


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ich stoße mich mit kräftigen Flügelschlägen vom Boden ab, dem Himmel entgegen. Ich fliege über die Wälder - frei - der Wind trägt mich. Ich breite meine Flügel aus und gleite lautlos durch die Lüfte. Über dem Wald liegt noch dünner Frost, doch die Sonne wird immer stärker. Ich spüre wie die Strahlen der Sonne mich berühren. Teils ist es noch neblig. Soeben lagere ich mein Gewicht etwas über - stürze mich senkrecht hinab. Durchdringe einigen Wolkenfetzen - bis es wieder klarer wird - das Gras unter mir kommt immer näher...

www.birdlife.ch

Nur wenige Zentimeter vom Boden entfernt schwinge ich mich wieder hinauf in die Luft. Ich wiederhole dieses Spiel einige Male. Einfach so, aus Freude über den schönen Tag. Dann segle ich weiter über meine geliebte Landschaft. Ich steige weiter hinauf - der Sonne entgegen. Nie ist es mir gelungen sie zu berühren. Die Luft wird so dünn, dass ich gezwungen bin, wieder in Erdnähe zu fliegen.

Vor mir erstreckt sich das Gebirge. Die Gipfel der Berge sind von Schnee bedeckt. Der Wind wird etwas stärker - zerrt an meinem Gefieder. Es macht mir nichts aus, es ist schön sich vom Wind treiben zu lassen. Wenn ich zu Nahe an die Felsen getrieben werde, schlage ich kurz mit den Flügeln, um wieder über den Bergen zu sein und weiter zu gleiten - schnell, im Wettlauf mit dem Wind. Dann wieder langsam bis ich leicht flatternd in der Luft stehen bleibe.

Die Strahlen der aufgehenden Sonne färben die Felsen in ein zartes Rosa.
Die Weite des Gebirges ist grenzenlos, die Täler voll grüner Natur. Ich bin zufrieden. Denn ich bin Zuhause....Gekrächze anderer Vögel lässt mich aufschrecken! Die Berge sind plötzlich weg. Verwirrt fliege ich auf und stoße gegen etwas Hartes.

Ich öffne meine Augen - das Harte war das mir verhasste Gitter. Ich sitze immer noch in diesem Käfig. Habe wieder nur geträumt...


 Vor meinem Käfig balgen sich zwei Krähen. Sehnsüchtig schaue ich ihnen zu. Ich bin eingesperrt! Wahrscheinlich werde ich nie wieder über die Landschaften segeln und dieses Glücksgefühl in mir spüren. Zweibeiner haben mich in einem Netz gefangen und in diesen kleinen trostlosen Käfig gesperrt. Warum nur? Warum haben sie Freude daran mich einzusperren? Warum zeigen sie mich
stolz ihren Zweibeinigen Artgenossen? Präsentieren mich in einer Welt in der ich nicht leben möchte? Ich kann nicht mehr fliegen! Sie haben mir meine Flügel so gestutzt dass ich nur mehr mühevoll flattern kann! Sie haben mich verstümmelt und zeigen mich stolz her!

Sehen sie nicht, dass sich ein Schatten über meine Seele gelegt hat, da sie mich meiner Freiheit beraubt haben???In Freiheit war ich glücklich. Da wusste ich wer ich bin. Heute nicht mehr... ich kann nicht mehr fliegen, ich bin kein Vogel mehr! Was sehen sie schönes in mir, wenn ich meine Lebensfreude verloren habe?

Meine Vogelkameraden habe ich schon vergessen, der Gedanke an sie tat mir nur weh. Ich lebe jetzt in einer anderen Welt. Die Freiheit habe ich nicht vergessen.
Ich schließe wieder die Augen - die Freiheit haben sie mir genommen, aber meine Träume kann mir niemand wegnehmen!Denn in meinen Träumen bin ich immer noch frei!

Ende

Diese Geschichte lässt sich mit jedem Lebewesen erzählen, dass einmal frei war und dann durch den Menschen in Gefangenschaft geriet. Auch heute noch gibt es Menschen die Greifvögel besitzen möchten. In Burgfalknereien, Tierparks und bei Hobbyfalknern fristen sie ein elendes Dasein. Viele der Tiere sind Wildfänge. Ein traumatisches Schicksal für die Greifvögel die in freier Natur, die täglich stundenlang fliegend unterwegs sind. Greifvögel zu fangen ist zwar verboten, kommt aber immer noch vor, da die Zucht der Tiere in Gefangenschaft nicht wirklich klappt.

Auch wenn sie schon in Gefangenschaft auf die Welt kommen, leiden sie unter der räumlichen Beschränkung...

Copyright :  www.adventure.ch

mehr über Greifvögel in Gefangenschaft unter:
http://www.animal-public.de/Home/Page10386/Greivogelhandel/Greifvogelaushorstung/greifvogelaushorstung.html

Anderes Beispiel von Vogelfang: in lebend Fallen werden oft Rabenvögel gefangen und vergiftet, weil einige Jäger u. Bauern glauben sie ruinieren ihre Felder und sind völlig unnütz. Kein Lebewesen ist unnütz! Jedes hätte seinen Platz in der Natur. Alle Tiere wären in Freiheit wichtig für den natürlichen Kreislauf.  z.b: Singvogelfang in Teilen Europas. Tradition. Präsentation. Die Tiere werden nach ca. einem halben Jahr wieder freigelassen. Doch da finden sie den Anschluss an ihre Familien, Freunde nicht mehr. Sind durch die Gefangenschaft in kleinen Käfigen gezeichnet und sterben oft in freier Natur, weil sie sich nicht mehr zurecht finden.

Dass diese freilebenden Vögel und andere Wildtiere sich nur in Freiheit wohl fühlen, können viele Leute einfach nicht begreifen - oder wollen es nicht begreifen. Weil sie ja sooo schön anzusehen sind!Doch Wildtiere sind doch viel schöner in Freiheit zu beobachten, wo sie noch glücklich sind...

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