Igel gefunden - was tun?
Igel gefunden - was tun?
Igel stehen unter Naturschutz. Sie zählen nach dem Bundesnaturschutzgesetz zu den besonders geschützten wildlebenden Tieren. Gerade zu dieser Jahreszeit werden Ihnen öfters Igel begegnen. Aber Vorsicht! Igel dürfen nur aufgenommen werden, wenn sie verletzt, krank oder hilflos sind, sowie im November aufgefundene Jungigel, die deutlich unter 400 g Körpergewicht wiegen. Denn nicht jeder Igel der um diese Zeit unseren Weg kreuzt ist in einer Notsituation. Einige sind unterwegs um sich ein geeignetes Plätzchen für Ihren Winterschlaf zu suchen, andere sind auf den Beinen, um noch genug Nahrung für Ihren Winterspeck zu finden.
Wenn Sie sich jedoch sicher sind, dass der von Ihnen gefundene Igel auf Ihre Hilfe angewiesen ist, müssen Sie sofort handeln.
Igel sollten nur von Ihnen angenommen werden, wenn sich keine Igelstation in Ihrer Nähe befindet, denn es ist zu sagen, dass erfahrene Fachleute am besten für die schwere Aufgabe einer Igelaufzucht geeignet sind. Man muss bedenken, dass die Aufnahme eines Igels neben den Kosten die für Futter und Medikamente entstehen auch eine große Verantwortung für eine Zeit von rund 5 Monaten bedeutet.
Wenn sich jedoch keine Igelstation in Ihrer Nähe befindet und Sie sich dazu entschlossen haben, den Igel aufzunehmen, sollten Sie folgende Punkte beachten:
Zuerst sollte der Igel gesäubert werden. Dazu setzen Sie den Igel auf ein Handtuch, verdecken seine Augen und mit einem milden Flohpuder pudern Sie vorsichtig einen schmalen Streifen oben auf den Stachelrücken. Anschließend streifen Sie mit einem Gegenstand über die Stacheln und warten 5 bis 10 Minuten, bis die Flöhe getötet sind. Den Igel im lauwarmen Wasser baden, aber nur dann, wenn er sehr schmutzig ist (z.B. Hundekot) und im warmen Zimmer 2 Stunden auf einer Gummiwärmflasche trocknen lassen.
Zur Unterbringung sollten dem Igel ein Schlafhäuschen sowie ein Laufgehege
zur Verfügung stehen. Für das Schlafhäuschen schneiden sie in einen kleinen
Karton (ca. 30 x 25 x 25 cm Höhe) ein Schlupfloch (10 x 10 cm) auf der breiten
Kartonseite rechts oder links, legen Sie es mit Lagen Zeitungspapier aus und
polstern Sie es mit gerissenem und zerknülltem Zeitungspapier.
Für Igelbabys
unter 150 g muss ein Extralager aus weichem Papier (Haushalts- oder WC-Papier)
und (ggf. mit handwarmer Gummiflasche) bereitet werden.
Ein unterkühlter Igel
sollte zunächst auf eine handwarme Gummiwärmflasche in ein Tuch gelegt
werden.
Die Laufgehege aus Holz sind ideal, da sie leichter von Kotresten zu
reinigen sind und der Laufstall sicherer vor Ausbruchsversuchen ist. Maße (Länge
1,80 m, Breite 60 cm, Höhe 40 cm). Den Boden des Geheges mit 4 Lagen
Zeitungspapier auslegen, den Schlafkarton fast bis an den Rand hineinstellen;
das Futter- und Wasserschälchen kommt an das andere Ende. Beschmutztes Papier
aus dem Laufstall ist täglich zu entfernen. Der Schlafkarton wird nur dann
gereinigt, wenn er stark ver-schmutzt ist.
Gefüttert sollte der Igel folgendermaßen werden:
1 Büchse Katzenfutter,
1/4 Büchse Gemüseflocken für Hunde, 1/4 Büchse Haferflocken oder Haferkleie, 1
Teelöffel Sonnenblumenöl oder Leinöl miteinander vermi-schen.
Die Futtermenge war ausreichend, wenn sich morgens noch ein geringer Rest im Napf befindet. Ist der Napf völlig leer gefressen, müssen Sie mehr füttern. Es ist nicht möglich, hier genaue Werte vorzugeben, der Appetit ist, wie beim Menschen, bei je-dem Tier unterschiedlich.
Zusätzlich können Sie geben:
klein gehackte Nüsse, ungeschwefelte
Rosinen, Rührei (ohne Gewürze oder Fett),
- Hunde- oder Katzentrockenfutter
(z.B. einige Brekkies) als Kaunahrung.
- 1/2 Avocado, 1-2 Weintrauben, etwas
halbfesten oder festen Käse.
Zum trinken sollte dem Igel immer frisches
Wasser zur Verfügung stehen.
Jegliche Nahrung für Menschensäuglinge oder
Kuhmilch ist für Igel ungeeignet! Es besteht die Gefahr von schweren Durchfällen
durch Unverträglichkeit der Nahrung.
Igel-Babys und kranken fressunwilligen Igeln muss jeweils bis zur selbständigen Futteraufnahme ein spezielles Futter mit einer Einwegspritze ins Maul gegeben werden.
Das Gewicht und der Allgemeinzustand des Igels muss laufend kontrolliert und notiert werden. Gesunde Igel müssen fressen und zunehmen (wöchentlich ca. 50 bis 70 g).
Spätestens Mitte Mai muss der gesunde Igel wieder ausgewildert werden, z.B. am Fundort, wenn geeignet, oder in einem naturnahen Garten.