Igel richtig überwintern
Hier finden Sie wertvolle Tipps zur Überwinterung von Igeln!
Der Igel gehört zu den Insektenfressern und ist ein
ganzjährig geschütztes Tier. In Ausnahmefällen ist es jedoch gestattet,
verletzte, kranke, untergewichtige oder hilflose Tiere aufzunehmen, um sie zu
pflegen oder soweit aufzuziehen, dass sie selbstständig in Freiheit überleben
können. In welchen Situationen ist nun menschliche Hilfe angebracht?
- Igel, die im Winter bei Eis und Schnee tagsüber draußen herumlaufen: Altigel sind dann offenbar krank, ihr Gewicht spielt in diesem Fall keine Rolle, oder es handelt sich um Jungigel, die das nötige Winterschlaf-Gewicht noch nicht erreicht haben und verzweifelt nach Futter suchen.
- Bei verletzten Igeln: Häufig sind es Verbrennungen (Abbrennen von Laub) oder Schnittwunden (Rasenmäher, Sense).
- Untergewichtige
Jungigel: Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass ein junger Igel,
soll er seinen ersten Winterschlaf überleben, ein Mindestgewicht von 450 g
haben muss. Also sollte man im November nur Jungigel aufnehmen, die
deutlich unter 500 g wiegen.
Bevor man solche Jungigel aufnimmt, wäre es sehr sinnvoll,
dort, wo das Junge beobachtet wurde, mit Hunde- oder Katzenfutter aus der Dose
zuzufüttern, besonders bei kaltem Wetter. Falls Sie einen Igel nach Hause
nehmen, sollten Sie den Igel zuerst von Endo- und Ektoparasiten befreien. Entweder
Sie bringen ihn zum Tierarzt oder Sie besorgen sich dort die entsprechenden
Mittel.
Ernährungstipps für Igel ab 200 g:
Mageres Rindfleisch, Topfen, Hunde- und Katzenfertigfutter,
Birnen, Weintrauben, Zwetschken, Bananen, Rosinen, geschälte Hasel- und
Walnüsse, Äpfel (nur in geringen Mengen!), Insekten, Weizenkleie, Hipp-Gemüse,
Hipp-Obst, Kiwis, rote Rüben. Vorsicht bei Hühnerfleisch (immer nur gekocht!) –
Hühnerinnereien führen zu Durchfall! Eier niemals roh verfüttern!
Für einen Igel mit einem Gewicht von 500 g genügen täglich 2
bis 3 Esslöffel Futter. Ein paar Tropfen Sonnenblumenöl fetten fettarme Kost
etwas auf und beugen übermäßigem Stachelausfall vor. Igeln muss natürlich
ständig frisches Wasser (keine Milch!) in kippsicheren Schalen zur Verfügung
stehen. Bei Fütterung mit Dosenfutter kann der Kot der Igel ausgesprochen übel
riechen. Dann empfiehlt sich die Umstellung auf Faschiertes, Schaf- oder
Geflügelfleisch (Geflügel immer nur gekocht anbieten!).
Bei Durchfall bewährt
sich folgende Diät: gekochter Reis, gekochte Nudeln, rohes Fleisch (kein
Geflügel!), gekochte Karotten, Bananen, etwas geriebener Zwieback und dazu
Kamillen- oder verdünnter Schwarztee.
Bei Wohnungshaltung benötigt der Igel ein Schlafhäuschen aus
starkem Karton (ca. 30 x 25 x 30 cm) mit seitlichem Eingang. Baumaterial für
das Nest: Zeitungspapier, Heu, Stroh. Die Bodentemperatur soll mindestens 18
Grad (sowohl Tag als auch Nacht) betragen, die Raumtemperatur max. 22 Grad.
Erreicht ein Jungigel im Winter ein Gewicht von über 500 g,
zeigt er durch wachsende Lethargie und vermehrte Nestbautätigkeit Bereitschaft
zum Winterschlaf. Jetzt bringt man den Igel in einer größeren
Winterschlafkiste, in der er sich ein dichtes, warmes Nest bauen kann, unter. Die
Raumtemperatur sollte hier 12 bis 14 Grad betragen. Im Auslauf muss das Tier
weiterhin Wasser und Futter vorfinden.
Hat der Igel ein gut isoliertes Schlafnest gebaut, wird der
Karton in einen kalten, trockenen, belüfteten Raum (zB im Keller) gestellt. Es
eignen sich aber auch schattenseitige Terrassen, Balkone oder Schuppen, die
rattensicher sind. Bei gut isolierten Nestern darf die Temperatur auch unter 0
Grad fallen. Die obere Temperaturgrenze von 5 Grad darf nicht überschritten
werden. Auch hier müssen Wasser und Nahrung angeboten werden.
Für weitere Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen der Tierheime gerne zur Verfügung!