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Wintergast Igel

Wintergast IGEL, eine kurze Anleitung zur Überwinterung! Der Igel ist grundsätzlich ein Wildtier und darf nur vorübergehend im Haus gehalten werden - nämlich dann, wenn er verletzt, krank oder zu schwach ist, um selbständig den Winter zu überstehen. In diesem kurzen Ratgeber sind die wichtigsten Umgangsregeln aufgestellt, die Sie zu anfangs benötigen.

 

 

 

 

 

 

 

 


Wann braucht der Igel Ihre Hilfe

Zur selbständigen Überwinterung benötigen Igel ein Gewicht von ca. 450 - 600 g. Unter diesem Gewicht überleben sie nur mit menschlicher Hilfe! Entdeckt man nach andauernden Nachtfrösten einen Igel, so sollte man sich vergewissern, wie schwer er ist. Ist er untergewichtig gehört er erstversorgt. Wenn es tagsüber noch relativ mild ist, reicht es ihn zu füttern (am besten sind gehackte Nüsse und Rosinen).

Erstversorgung

Meist sind die Igel stark unterkühlt, darum sollte man ihnen Wärme zuführen. Dazu legt man eine Wärmeflasche, die in ein Tuch eingeschlagen ist, in eine Schachtel, und setzt dann den Igel darauf. Dann bietet man ihm lauwarmes Wasser und Futter an. Unbedingt den Tierarzt aufsuchen! Er stellt den Gesundheitszustand des Tieres fest und verabreicht falls nötig unterstützend Medikamente. Bekämpfung von Parasiten, Entwurmung und Flohbeseitigung sollte nur von erfahrenen Händen durchgeführt werden, da viele im Handel erhältlichen Mittel für Igel nicht ausdrücklich zugelassen und somit unter Umständen bedenklich sein können.

Die Haltung

Die Temperatur muss mindestens 18 °C betragen-auch am Boden. Der Igel darf nicht in ungeheizten Räumen gehalten werden, da er sonst in einen Dämmerschlaf fallen würde.und in Folge verhungern würde. Er braucht genügend Freilauf , da sonst irreversible Störungen des Bewegungsapparates eintreten können. Achten Sie darauf, dass das Behältnis groß genug ist. Er ist ein nachtaktives Tier. Für die Unterbringung eignet sich am besten eine Holzkiste (Mindestmaß in cm: 100x50x40). Achten Sie auf die Höhe, der Igel ist ein guter Kletterer. Als Unterlage wählen Sie am besten Zeitungspapier, das Sie in einer dicken Lage am Boden der Kiste aufbringen (Vorteil-es ist sehr saugfähig).Die Reinigung erfolgt täglich. In die Kiste stellen Sie einen umgestülpten Schuhkarton, den Sie auf einer Seite aufschneiden, damit sich der Igel in sein Schlafhäuschen zurückziehen kann. Als Material zum Nestbau können Sie ihm zerknülltes Zeitungspapier oder Küchenrolle anbieten. Dies benötigt er um sich zu erwärmen. Sie können ihm weiters verschiedene Materialien wie z.B. kleine Äste oder Tannenzapfen anbieten. Das verhindert Langeweile und erweitert seine Erlebniswelt.

Die Fütterung erfolgt 1 x täglich, außer Ihr Igel wiegt unter 300 g, dann bekommt er 2-3x tägl. Futter angeboten. Er wird abends gefüttert und man verabreicht 1-2 Eßlöffel, nicht mehr, da sonst ernsthafte Gesundheitsgefährdung die Folge sein könnte (Leberverfettung). Die tägliche Gewichtskontrolle ist von großer Wichtigkeit, es zeigt Ihnen wie Ihr Igel gedeiht. 50 g/Woche wären ideal. Das Futter muss frisch und temperiert sein (nicht direkt aus dem Kühlschrank).

Die Futterzusammenstellung

Es besteht zu 50% aus tierischem Eiweiß: Hühnerfleisch, Rindfleisch, evtl. Fisch, Hühnerherzen - alles gekocht. Zu 50% aus pflanzlichen Erzeugnissen: gehackte Nüsse und Sonnenblumenkeme, Haferflocken, Hundeflocken, Bananen, geriebenen Äpfel oder Karotten, geschälten Weintrauben. Eine Mineralstoffmischung täglich bestehend aus je 1/4 Teelöffel Futterkalk und Schlemmkreide. Vitaminpräparate aus der Tierhandlung: 1 x/Woche (Dosierung beachten) Erfahrungsgemäß 1 Tropfen/Woche. Es kann auch Sanostol für Kinder verabreicht werden. Erlaubt ist hin und wieder ein gekochtes Ei, etwas magerer Topfen oder Fruchtjoghurt, ungeschwefelte Rosinen, Weich- und Insektenfutter aus der Tierhandlung.

Verboten ist: Wurst, Brot, M i lc h, Gesalzenes, Süßes, rohes Fleisch, rohe Eier, Schweinefleisch, Trockenfutter für Katzen.

Eine ausgewogene Mischkost ist am besten. Fertig-Igelfutter aus der Tierhandlung kann zusätzlich verabreicht werden. Als Alleinfutter entspricht es nicht dem hohen Nährstoffbedarf, den der Igel benötigt. Hunde- und Katzenfutter aus der Dose wird zwar gerne genommen, darf aber nicht ausschließlich gefüttert werden.

Frisches Wasser soll immer bereitstehen!!!

Normaler Igelkot ist geformt; bei Durchfall umgehend den Tierarzt aufsuchen! Vor dem Wiederauslassen (je nach Witterung Anfang bis Mitte Mai) stehen wir gerne für weitere Informationen zur Verfügung. Viele angenehme Stunden mit Ihrem Schützling wünschen Ihnen die Mitarbeiter des OÖ.Landestierschutzvereins!

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