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Die Eibe

Táxus baccáta L. (Táxus = lat. Armame, bácca = lat. Beere) Familie: Taxáceae = Eibengewächse


Eibe1
Die Eiben sind mit ihren flachen Nadelblättern den Tannen ähnlich, sind aber anders als diese zweihäusig. Sie entwickeln auch keine Zapfen, sondern einzelne, fleischig ummantelte Samen. Sie gehören wie die Araukarien und Ginkgobäume zu den Nacktsamern, entwicklungsgeschichtlich also zu uralten Baumfamilien.
Die Eibe ist meist ein kleinerer bis 15m hoher mehrstämmiger Baum, der allerdings sehr alt werden kann. Es soll 1.000 Jahre alte eiben geben. Haben Eiben einen einzigen dicken Stamm, so ist er wahrscheinlich aus zusammengewachsenen kleineren Stämmen entstanden. Die ca. 8cm langen biegsamen Nadeln sind ledrig und schraubig an den Zweigen angeordnet. Sie besitzen keine Harzkanäle, darum verbreiten sie auch beim Zerreiben keinen harzigen Geruch.

Die Eibe ist zweihäusig. Die männlichen Blüten hängen an der Unterseite der vorjährigen Zweige und sind beim Stäuben lebhaft hellgelb. Die weiblichen Blüten sitzen einzeln und unauffällig bräunlich an den Zweigen. Sie fallen daher zu ihrer Blütezeit im März kaum auf.

Die Eiben sind in allen Teilen mit Ausnahme des roten Samenmantels stark giftig. Sie enthalten nervenwirksame Alkaloide. Besonders bei Pferden sind schon tödliche Vergiftungen vorgekommen, während Wiederkäuer dem Eibengift gegenüber resistenter zu sein scheinen.

Der rote Samenmantel wird von Vögeln gern gefressen. Verfütterte man größere Mengen von Eibenfrüchten den gelben Kanarienvögeln, so würde ihr Gefieder rot. Eichhörnchen lagern die Eibensamen als Vorrat ein und verbreiten so ebenfalls die Bäume.

Das Holz der Eibe ist schwer, engringig und daher hart und elastisch. Schwarz gebeizt sieht es wie Ebenholz aus und wird als Deutsches ebenholz für Schnitzereien geschätzt. Ungebeizt ist das Furnierholz aus Eibe braunrot bis bläulichrot und wirkt exotisch und kostbar. Schon die Pfahlbauern verwendeten das Eibenholz für Gebrauchsgegenstände und Geräte, die sich bis heute erhalten haben. Früher machte man aus Eibenholz Speere, Bögen und Werkzeugstiele. In Deutschland bedeutete das Wort Eibe zugleich Armbrust.

Die Eiben wachsen meist einzeln in Mischwäldern und sind in ihrem Verbreitungsgebiet Europa schon selten geworden.

Sie stehen daher unter Naturschutz.
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